27.06. Grimselpass - Brunnen

Entfernung: 87,4 km
Höhenmeter: 1020 Meter


 

Und nun gleich die zweite Königsetappe hinterher. Der Furkapass ist mit 2429 Metern, noch mal 264 Meter höher als der Grimselpass. Dafür musste ich heute aber nur 864 Höhenmeter raufradeln, im Gegenzug zu den 1155 Höhenmetern vom Vortag. Der Start der Etappe war erst mal entspannt, da es ca. 300 Höhenmeter bergab ging. In Gletsch ging die Ackerei dann aber wieder los. Zum Furkapass musste ich knapp 10 km bergauf fahren. Ich persönlich fand diese Etappe noch etwas schöner, als die Fahrt zum Grimselpass. Diese Etappe führte mich auch am Rhonegletscher vorbei, den ich bereits im Jahr 2006 besucht habe. Die Aussicht war auch noch etwas grandioser, mit Blick auf die mächtigen Viertausender. Kurz vor der Passhöhe überholte mich dann meine Frau mit ihrem Motorrad und hat sogar noch meine letzten Meter gefilmt. Ist doch klasse, wenn man seine eigene Kamerafrau mit dabei hat. Auf dem Furkapass habe ich mich dann nicht lange aufgehalten, zumal es auch noch angefangen hat zu regnen. Jetzt folgte eine knapp 40 km lange Abfahrt über Andermatt zum Vierwaldstätter See. Das Wetter sah zwischenzeitlich sehr bedrohlich aus, es drohte ein Gewitter aufzuziehen. In der Ferne hörte man es schon donnern. Trotzdem bin ich weiter gefahren über die wunderschöne Gotthardstraße. Und ich hatte Glück und bin dem Gewitter einfach davongefahren. Am Vierwaldstätter See schien dann wieder die Sonne. Dann kam allerdings wieder etwas Pech dazu, denn die letzten 5 km nach Brunnen waren für Fahrradfahrer gesperrt. Oh Mann, echt jetzt? Es war ein Pendelbus eingerichtet, der von Sisikon nach Brunnen fuhr. Aber mit dem ganzen Gepäck hatte ich darauf keine Lust. Also bin ich zum Bahnhof von Sisikon und habe mir in aller Eile ein Ticket gekauft. Allerdings ohne Fahrradticket, denn der Zug kam schon in 3 Minuten. Natürlich auf dem anderen Bahnsteig. Ich bin dann wie ein Bekloppter mit dem Fahrrad zur anderen Seite gefahren und klar, ich musste das Fahrrad eine Treppe hochschleppen. Mit letzter Kraft habe ich dann den Zug erwischt, der anders als in Deutschland, hier natürlich pünktlich fährt. Die Fahrt mit dem Zug dauerte nur 5 Min und es kam zum Glück kein Schaffner. Ich hatte ja nur eine Fahrkarte für mich und keine Fahrradkarte. Somit habe ich dann um 15:30 Uhr Brunnen erreicht. Keine schlechte Zeit für 91 km und einem Alpenpass. Brunnen hat mir sehr gut gefallen, da es an einem sehr malerischen Teil des Vierwaldstätters See liegt. Hier in Brunnen endet auch die gemeinsame Zeit mit meiner Frau Bianka. Sie fährt am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland, während ich noch eine Etappe mit dem Fahrrad nach Zürich fahre. Es hat mir sehr gut gefallen, wie meine Frau und ich das dieses Jahr gemacht haben. Sie mit dem Motorrad durch die Berge und ich mit dem Fahrrad. Nachmittags haben wir uns dann in der Unterkunft getroffen und noch etwas gemeinsam unternommen. Das war eine gute Lösung und kann man auf jeden Fall noch mal wiederholen. 


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