Auch auf dieser Tour nehme ich wieder weitestgehend den direkten Weg
vom Start zum Ziel. Flussetappen sind eher die Ausnahme, gibt es aber trotzdem. So fahre ich kurze Strecken an der Weser und am Rhein entlang, und sogar drei Tage an der Murg durchs Murgtal. Nach wie vor kraxle ich lieber die Berge rauf, um so fit zu werden für die Alpen.
So führt mich die diesjährige Tour bis zu den Alpen über folgende Mittelgebirge:
- Wesergebirge
- Teutoburger Wald
- Rothaargebirge (Sauerland)
- Westerwald
- Taunus
- Schwarzwald
Hier der Etappenplan:
Los geht es wie immer in Bremen. Nach 96 km durch das niedersächsische Tiefland, treffe ich in Petershagen auf die Weser. Die letzten 15 km geht es dann am Weserradweg entlang, bis ich das Etappenziel Porta Westfalica erreiche. Mit 110 km, ist die erste Etappe auch mal wieder die längste Etappe auf der Tour. Auf der ersten Etappe bietet sich das immer gut an, weil nur 60 HM zu bewältigen sind. In den Bergen fahre ich nur noch sehr selten Distanzen von 100 und mehr Kilometern. Man wird ja auch nicht jünger, grins.
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| Kaiser Wilhelm Denkmal in Porta Westfalica |
Von Porta Westfalica geht es dann durch das Weserbergland weiter in Richtung Detmold, wo ich den Teutoburger Wald überquere. Hier befindet sich auch der höchste Punkt (350 Meter) auf der heutigen Etappe nach Paderborn. Die letzten 20 km verlaufen dann meistens bergab. Paderborn ist übrigens die einzige Großstadt auf dieser Tour, wo ich halt mache.
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| Schloss Neuhaus bei Paderborn |
Die dritte Etappe hat es dann richtig in sich. Nach Paderborn geht es ins Sauerland, wo ich insgesammt 1150 Höhenmeter bewältigen muss. Das Etappenziel Winterberg liegt 680 Meter hoch, während es in Paderborn lediglich 120 Meter sind. Diese Etappe ist schon mal ein gutes Training für die Alpen.
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| Blick auf das Sauerland |
Kurz nach Winterberg geht es noch höher hinauf, bis auf 760 Meter. In unmittelbarer Nähe liegt auch der Kahle Asten, mit 841 Metern der dritthöchste Berg im Sauerland. Weiter geht es durch das Rothaargebirge bis nach Dillenburg. Zum Glück geht es meistens bergab. Mit 760 Metern ist es heute schon die zweithöchste Etappe in Deutschland, nur im Schwarzwald geht es noch mal 10 Meter höher.
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| Das Wahrzeichen von Dillenburg - Der Wilhelmsturm |
Nach dem Rothaargebirge, geht es nun weiter über den Westerwald. Der höchste Punkt befindet sich heute mit 550 Meter an der Krombachtalsperre. Und nein, die Krombachtalsperre hat nichts mit der gleichnamigen Biersorte zu tun. Das habe ich noch schnell gegoogelt, war selbst neugierig. Die relativ kurze Etappe (51 km) endet dann in Limburg an der Lahn. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein Spaziergang durch die historische Altstadt und der Besuch des Limburger Doms.
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| Limburger Dom |
Während die meisten Radtouristen Limburg über den beliebten Lahnradweg erreichen, fahre ich weiter von Nord nach Süd. Die Lahn fließt ja von Ost nach West und ist daher keine Option für mich. Auf einen Fluss muss ich aber trotzdem nicht verzichten, zuerst geht es knapp 20 km an der Aar entlang, einen kleinen Nebenfluss der Lahn. Danach geht es dann in den Taunus, wo der höchste Punkt bei 470 Meter liegt. Nach der Abfahrt aus dem Taunus, erreiche ich die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden und damit auch den Rhein. Nach überquerung des Rheins, wartet gleich die nächste Landeshauptstadt auf mich. Jetzt ist es die von Rheinland Pfalz, nämlich Mainz. Von Mainz geht es dann noch ca. 18 km am Rhein entlang, bis ich Nierstein erreiche.
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| Weinberge in der Nähe von Nierstein |
Ich wäre ja gerne am Rhein weitergefahren, aber leider macht der Fluss hier einen großen Bogen. Somit geht es weiter durch die Pfälzer Weinberge. Große Höhenunterschiede gibt es hier nicht, auf der Fahrt nach Haßloch sind gerade einmal 120 Meter zu bewältigen. Ein Highlight wird sicherlich die Fahrt durch die Nibelungenstadt Worms sein.
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| Dom in Worms |
In Haßloch mache ich die erste Pause und besuche das Plopsaland (früher Holiday Park). Das Plopsaland ist der einzige große Freizeitpark in Deutschland, den ich noch nicht besucht habe. Okay, da gibt es auch noch zwei Parks in Bayern, die sind aber nicht so toll.
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| Achterbahn (Archivbild vom Gardaland) |
Falls ich das Achterbahn fahren gut überstanden haben sollte, geht es heute in den Schwarzwald. In Germersheim überquere ich wieder den Rhein und fahre weiter in Richtung Karlsruhe. Bevor die ersten Hügel des Schwarzwaldes auf mich warten, lohnt sich bestimmt ein Zwischenstopp am Karlsruher Schloss. In Gaggenau erreiche in dann das Murgtal, wo ich die nächsten Tage an der Murg entlang fahren werde. Nun doch endlich mal ein Radwanderweg am Fluss. Etappenziel ist dann Gernsbach, der Hauptort im unteren Murgtal.
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| Das Karlsruher Schloss |
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| Die Murg, mit dem Schwarzwald im Hintergrund |
Von Gernsbach fahre ich bis Freudenstadt den Murgtalradweg, besser bekannt auch unter den Namen Tour de Mug". Landschaftlich ein sehr reizvoller Abschnitt, die Tour de Mug gilt auch als schönster Radweg im Schwarzwald. In Freudenstadt erwartet mich dann deutschlands größter Marktplatz.
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| Fahrradweg "Tour de Murg" |
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Marktplatz Freudenstadt Weiter geht es am Ostrand des Schwarzwaldes entlang, bis nach Villingen-Schwenningen. Das Profil ist jetzt nicht mehr ganz so steil, aber es geht immer noch bis 760 Meter hoch. Altstadt von Villingen-Schwenningen Die letzte Etappe im Schwarzwald führt mich dann nach Waldshut-Tiengen an der schweizerischen Grenze. Das ist somit auch der letzte Etappenort in Deutschland. Obwohl ich nicht mehr im Hochschwarzwald bin, erreiche ich heute mit 770 Metern den höchsten Punkt der drei Etappen im Schwarzwald. In Donaueschingen werde ich sicherlich einen Stopp bei der Donauquelle einlegen. Die letzten 30 km im Schwarzwald, führen mich dann immer leicht bergab, an der Wutach entlang. Die Donauquelle in Donaueschingen
Am 12. Tag der Tour, geht es nun in die Schweiz. Für mich ist es immer ein tolles Gefühl, wenn man fast durch ganz Deutschland gefahren ist und dann in ein anderes Land kommt. Das heutige Ziel ist die sehenswerte Stadt Luzern am schönen Vierwaldstädter See. Dort mache ich dann auch wieder einen Tag Pause. Altstadt Luzern Blick auf den Vierwaldstädter See Nach der Pause geht es dann endlich in die Alpen. Das ist dann immer einer der schönsten Momente auf meinen Radtouren, wenn die Alpengipfel am Horizont auftauchen. Die Strecke von Luzern zum Brüningpass ist zwar mit 51 km nicht so lang, aber es müssen immerhin stolze 950 Höhenmeter überwunden werden. Direkt am Pass ist auch die Unterkunft, der idylische Gasthof Brüning. Blick vom Brüningpass auf den Lungerersee Gasthof Brüning Kulm Vom Brüningpass gibt es dann mit 23 km eine kleine Übergangsetappe nach Guttannen. Begleitet von 4000ern Gipfeln, wird es mit 590 Höhenmetern eher eine relaxte Etappe. Dafür kann ich dann aber die faszinierende Landschaft ausführlich genießen. Da Guttannen der letzte Ort vor dem Grimselpass ist, ließ sich die Route auch nicht anders planen. Ohne den Stopp in Guttannen, wären es zu viele Höhenmeter gewesen auf dem Weg zum Grimselpass. Die alte Grimselstraße
Nach Guttanen startet dann die Königsetappe zum Grimselpass. Mit 1120 Höhenmetern zwar 30 Meter weniger als auf der langen Etappe nach Winterberg, dafür geht es aber auch permanent mit bis zu 23% Steigung bergauf. Am Grimselpass übernachte ich dann im "Hotel Grimsel Passhöhe". Einmal an einem Pass übernachen, auf dieser Tour mache ich es 😊. Das Hotel Grimsel Passhöhe Die zweite Königsetappe ist keine Bergankunft, sondern führt mich über den Furkapass bis nach Brunnen am Vierwaldstädtersee. Mit 2420 Höhenmetern, ist die letzte Etappe dann auch das Dach der Tour. Von den 87 km geht es 10 km bergauf und über 70 km berab. Mit anderen Worten, ich muss heute nur die ersten 10 km schaffen, danach ist austrudeln angesagt. Neben der Passhöhe gibt es noch ein weiteres Hightlight. Der Rhonegletscher befindet sich auf dem Weg zum Furkapass. Sicherlich eine gute Gelegenheit für eine Pause, bevor es die letzten Kurven zum Pass hoch geht. In Brunnen treffe ich dann wieder auf den Vierwaldstädter See, den ich schon in Luzern besucht habe. Dort übernachte ich auch noch mal, bevor ich am nächsten Tag mit dem Zug nach Zürich fahre. Auch hier übernachte ich noch mal, um mir in Ruhe die Stadt anzuschauen. Danach geht es dann mit dem ICE-Direktverbindung, wieder zurück nach Bremen.
Diese Bilder stammen aus dem Jahr 2006, als ich damals mit dem Fahrrad von Bremen nach Andermatt gefahren bin. Von Andermatt aus bin ich dann den Furkapass schon mal ohne Gepäck raugefahren, allerdings von der anderen Seite. Dabei habe ich auch noch einen kleinen Abstecher zum Rhonegletscher gemacht, ein beeindruckenes Erlebnis. |
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